
Diese Seite habe ich für meine Mutter eingerichtet.
Hier will ich Euch von ihrer Krebserkrankung berichten.
Seid vielen Monaten hat meine Mutter Rückenschmerzen,
die sie immer anders als normale Rückenschmerzen empfunden hatte.
Die Ärzte meinten jedoch, dass es an ihren kaputten Bandscheiben
liegt und haben ihr Spritzen gegen die Schmerzen gegeben.
Wenn diese Spritzen dann gewirkt hatten, war auch alles soweit
wieder in Ordnung.
Das zog sich so nun viele Monate und da die Ärzte immer
wieder von den kaputten Bandscheiben gesprochen haben,
haben wir es natürlich auch geglaubt.
An Krebs hat jedenfalls keiner von uns auch nur in den
kühlsten Träumen gedacht, denn Krebs verursacht ja
keine Schmerzen.
Ende September 2008 wurden die Schmerzen dann so stark,
dass meine Mutter nachts ins Krankenhaus kam.
Auch da ist man erst mal von Problemen wie einem
Bandscheibenvorfall oder einer Entzündung ausgegangen
und hat meine Mutter gegen die starken Schmerzen behandelt.
Irgendwann wurde dann ein CT gemacht, bei dem
Veränderungen festgestellt wurden.
Aber auch da haben wir nicht an Krebs gedacht, immerhin
verursacht das was auch immer es ist ja Schmerzen, also
kann es kein Krebs sein.
Kurze Zeit später kam dann doch die Diagnose, die uns alle
umgehauen hat, dass meine Mutter Krebs in der
Wirbelsäule hat.
Einer der Wirbel war bereits soweit zerstört, dass es einem
Wunder gleicht, dass der nicht gebrochen ist.
Ab sofort musste meine Mutter ein Korsett tragen und
konnte nicht mehr aufstehen, weil die Schmerzen trotz
starker Medikamente zu stark waren.
Kurz darauf haben die Ärzte zudem festgestellt, dass
meine Mutter einige Metastasen in der Lunge hat.
Wir haben nun gedacht, dass der Krebs im Rücken
der Primärtumor ist und von da in die Lunge gestreut hat.
Aber dem ist nicht so, der Krebs hat lange geruht bevor
er wiederkam.
Im Mai 2001 wurde meiner Mutter eine Niere entfernt,
weil in der zwei Tumore waren. Allerdings waren die Tumore
eingekapselt, konnten so nicht streuen und dadurch
war die Sache mit dem Entfernen der Niere dann erledigt.
Jetzt, Jahre später hat dieser Krebs, der damals in der Niere
war Metastasen im Rücken und der Lunge gebildet.
Um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, dass die Wirbelsäule
einfach in sich zusammenbricht wurde meine Mutter operiert,
wo die Ärzte den Rücken stabilisiert haben.
Dank der OP kann sie jetzt zumindest kurze Wege wieder
laufen, was ohne die OP nicht mehr möglich gewesen wäre.
Nun bekommt meine Mutter Sutent, eine Chemotherapie
in Tablettenform.
Mit der Chemo will man erreichen, dass die Tumore
langsamer wachsen oder im besten Fall sogar kleiner
werden und meine Mutter wieder Lebensqualität
zurück gewinnt und damit leben kann.
Zur Zeit bestimmen trotz starker Medikamente immer
noch die Schmerzen den Alltag.
Und das Ganze ist trotz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen
passiert. Die Krebsvorsorge hatte bei uns in der Familie schon
immer sehr hohe Priorität und seid der Nieren OP ist meine
Mutter alle viertel Jahre zum Arzt gegangen und hat sich
untersuchen lassen.
Im Sommer 2008 wurden bei der Untersuchung auch leichte
Veränderungen festgestellt, allerdings wurden diese nicht
ernst genommen und meiner Mutter wurde gesagt,
dass alles in Ordnung seie.
Das war ein fataler Fehler, wie sich jetzt zeigt und den
können die Ärzte auch nie wieder gut machen.
Es war von Anfang an bekannt, dass meine Mutter schon
mal an Krebs erkrankt war und das sie sehr anfällig dafür ist.
Da hätten bei den Ärzten sofort alle Alarmglocken läuten
müssen und die hätten dem gleich auf den Grund gehen müssen.
Da frage ich mich nun auch, wozu man regelmäßig zur Krebsvorsorge
geht, wenn dann so fahrlässig gehandelt wird.
Nicht nur der Patient muss seinen Teil dazu beitragen,
eine eventuelle Krebserkrankung so früh wie nur möglich
zu erkennen, sondern in erster Linie die Ärzte.
Auch bin ich inzwischen der Ansicht, wenn man Krebs
bekommt, dass man ihn schon vorher im Körper hatte.
Überall hört und liest man, "Rauchen kann gefährlichen
Lungenkrebs verursachen" oder "Rauchen kann tödlich sein".
Klar ist rauchen nicht gesund, dass steht außer Frage.
Aber meine Mutter hat ihr Leben lang weder geraucht
noch getrunken und hat Krebs bekommen.
6.4.2009
Über Weihnachten und Silvester habe ich meine Mutter
endlich besuchen können.
Zu dem Zeitpunkt ging es ihr sehr schlecht.
In der Zeit konnte ich mich dann um sie kümmern und habe
alles gemacht, was man so zu tun hat, wenn man einen Menschen
pflegt.
Bis dahin war ich noch nie in der Situation, einen Menschen
zu pflegen, der so schwer krank und zudem die eigene Mutter ist.
Wenn ich zu dem Zeitpunkt das Praktikum nicht gehabt hätte,
wäre ich auch länger geblieben aber leider haben hier in Berlin
wieder Pflichten auf mich gewartet.
Es ist für mich einfach selbstverständlich meine Mutter zu
pflegen, wenn sie die Hilfe braucht.
Dazu gehört, dass man den Haushalt macht bis hin zur
Versorgung von Wunden und Hautausschlägen.
Es ist aber auch etwas, was sehr vieles verändert.
Nun war meine Mutter bis zu der Krankheit ein
selbstständiger Mensch. Sie hat im Leben alles
alleine gemacht, uns Kinder versorgt, die alltäglichen
Verpflichtungen und die Arbeit und war und ist
immer für einen da.
Nun sieht man, dass ein Mensch, der einem so nahe steht von
jetzt auf gleich so schwer krank ist, dass er auf Pflege
angewiesen ist.
Da wird einem dann noch mehr bewusst, was es heißt,
jeden Tag aufzustehen und den Tag selbst mit vielen
Dingen zu gestalten zu können.
Inzwischen hat sich die Situation etwas entschärft.
Meine Mutter hat endlich von der von den Ärzten
zugesagten Lebensqualität etwas zurückgewonnen.
Sie kann inzwischen mit Hilfe ihres Rollators alleine
vor die Tür gehen und einiges im Haushalt wie
Essen kochen, waschen und was man halt so zu tun hat
selbst machen.
Bei Aufgaben, die sie selbst nicht bewältigen kann,
wird sie tatkräftig von ihren Freunden und meinem Bruder
unterstützt.
Wir sind alle sehr froh und dankbar, dass meine Mutter
wieder was an Lebensqualität zurückgewonnen hat und
sie sich auch wieder über Dinge freuen kann und hoffen
natürlich, dass es auch noch lange Zeit so bleibt.
Auch freue ich mich sehr, dass meine Mutter vor Ort viele
Freunde und meinen Bruder hat, die sich um sie kümmern
und sofort da sind, wenn sie Hilfe braucht.
Dafür geht auch von mir ein ganz großer Dank an alle,
denn es ist natürlich auch für mich gut zu wissen,
wo ich so weit weg bin, dass sich hier wieder zeigt, was
wahre Freundschaft ausmacht.
Jetzt Ende April steht ihr 60. Geburtstag an.
Natürlich werde ich dann auch da sein und der
Geburtstag wird dann auch richtig gefeiert.
Jetzt wo ich erst mal nicht mehr Arbeite, werde ich
auch mehr Zeit mit meiner Mutter verbringen können,
was mir einfach unheimlich wichtig ist.
Es gibt nämlich nichts schlimmeres, als in so einer Situation,
in der man eh schon sehr hilflos ist auch noch so weit weg zu sein
und nicht hinfahren zu können.
Was ich jedenfalls weiß, ist das es sowas nicht mehr geben wird.
In Zukunft werde ich mich im Notfall sofort in den Zug setzen.
Das ich auch einer der Gründe, weshalb ich erst mal eine
Pause in Sachen Arbeitssuche mache.
PC Werkstätten gibt es nun mehr als genug aber meine Mutter
habe ich nur einmal und wenn ich nicht die Zeit kriege, die wir
zusammen verbringen wollen, mache ich mir am Ende zu allen
anderen Sorgen noch schwere Vorwürfe, wenn etwas passiert.
Zudem kommt auch, dass in solchen Situation die eigene Gesundheit
in Mitleidenschaft gezogen wird.
Ich bin jeden Tag nach wie vor zur Arbeit gegangen und in der Zeit
um Weihnachten waren es zudem etliche Überstunden, die ich gemacht habe.
Nun ist die Arbeit und viele Überstunden alleine schon eine enorme
Belastung und dazu kommen natürlich die alltäglichen Verpflichtungen
wie Haushalt, Studium, usw.
Wenn dann auch noch die Nachricht kommt, mit der man absolut nicht
gerechnet hat, dass die eigene Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist,
man merkt, wie schlecht es ihr geht und man nicht hinfahren kann,
dass ist eine enorme zusätzliche Belastung.
Was zu dem Zeitpunkt genau mit oder in mir passiert ist,
dass kann ich bis jetzt nicht sagen, weil ich es selbst nicht weiß.
Die Nachricht war für mich ein sehr großer Schock und mit dieser
ganzen Situation ging es mir natürlich auch nicht gerade gut.
Trotzdem muss man auf Arbeit immer freundlich sein und gut aussehen,
einfach kurz gesagt schöne heile Welt spielen, egal wie es in einem aussieht.
Kurze Zeit später kommt man an einen Punkt, wo man anfängt nur noch
zu funktionieren. Irgendwie geht dann alles automatisch, man macht nichts
anderes außer Arbeiten und schlafen und merkt einfach nicht mehr,
was man ab dann auch mit dem eigenen Körper für einen Raubbau betreibt.
Wenn ich mich nach einer Pause erneut auf die Arbeitssuche begebe,
werde ich es auch zur Voraussetzung machen, dass ich meine Mutter
besuchen kann und wenn das nicht geht, dann wird weiter gesucht.
Aber das wird es sicher nicht noch mal geben, dass ich nach so einer
Nachricht weiterhin jeden Tag in irgendeine Werkstatt renne und
Computer repariere oder mir anhöre, dass ich ständig Urlaub mache,
weil ich wenigstens alle paar Monate zu meiner Mutter fahren will.
Ein paar Bilder, auf denen zu erkennen ist,
was der Krebs für einen Schaden angerichtet hat.

Auf den Röntgenbildern ist deutlich zu
sehen, was der Krebs da bereits für einen
Schaden angerichtet hat.
Zudem sind die Schrauben und die
beiden Stäbe zu erkennen, die ein
Zusammenbrechen der Wirbelsäule
vermeiden.


Auf diesem Bild ist die Lunge zu sehen, in der
mehrere Tumore sind

Auf diesen Bildern sind die Leber und andere
Organe zu erkennen,
die zum Glück nicht befallen sind
